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Europäische Strategie für den Wohnungsbau: Neuer EU-Rahmen für das Bauwesen

Mit der Europäischen Strategie für den Wohnungsbau hat die Europäische Kommission im Dezember 2025 im Rahmen des europäischen Wohnungspakets einen weiteren Baustein ihres Maßnahmenpakets gegen die Wohnraumverknappung vorgelegt. Als industriepolitische Säule des European Affordable Housing Plan adressiert die Strategie gezielt die Angebotsseite des Wohnungsmarkts und zielt darauf ab, strukturelle Engpässe im Bauwesen zu überwinden. Im Mittelpunkt stehen die Senkung von Baukosten, die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, eine Steigerung der Produktivität im Bausektor sowie ein besser funktionierender Binnenmarkt für Bau- und Installationsdienstleistungen. Im Folgenden wesentliche Schwerpunkt der Strategie:

  • Wettbewerbsstärkung & Vereinfachung: Die Strategie reagiert auf eine anhaltende Produktivitätsschwäche des europäischen Bausektors, steigende Material- und Arbeitskosten sowie einen erheblichen zusätzlichen Wohnraumbedarf in vielen Regionen der EU. Sie greift zudem die Rolle des Bauwesens für Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft auf und strebt Vereinfachungen an.
  • Digitalisierung des gesamten Baulebenszyklus: Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung des gesamten Baulebenszyklus. Vorgesehen sind unter anderem die Vereinfachung und Digitalisierung von Genehmigungsverfahren, der verstärkte Einsatz von Building Information Modelling (BIM), interoperable digitale Genehmigungssysteme sowie der schrittweise Aufbau eines integrierten digitalen Datenökosystems. Dieses soll digitale Baugenehmigungen, den Digital Product Passport für Bauprodukte und digitale Gebäudelogbücher miteinander verknüpfen, um Verfahren zu beschleunigen, administrative Kosten zu senken und Transparenz über Materialien, Energieeffizienz und Kreislauffähigkeit zu erhöhen
  • Innovation und Skalierung im Bauwesen: Darüber hinaus verfolgt die Strategie das Ziel, Innovation und Skalierung im Bauwesen zu fördern. Dazu zählen modulare und serielle Bauweisen, Offsite-Produktion, automatisierte und KI-gestützte Planungs- und Bauprozesse sowie neue, nachhaltige Materialien. Ergänzend sollen europäische Normung, öffentliche Beschaffung und gezielte Finanzierungsinstrumente dazu beitragen, innovative Lösungen schneller in die Breite zu bringen

Rechtsakt für Bau- und Installationsdienstleistungen (Construction Services Act) für Q4 2026 geplant & Öffentliche Konsultation bis zum 20. April

Im Zuge dieser Strategie wird auch ein Rechtsakt für Bau- und Installationsdienstleistungen (Construction Services Act) für Q4 2026 angekündigt. Dieser Rechtsakt – ob Verordnung oder Richtlinie ist noch nicht geklärt – zielt darauf ab, bestehende Hindernisse für Bau- und Installationsdienstleistungen im EU-Binnenmarkt abzubauen. Dazu zählen insbesondere unterschiedliche nationale Regelungen bei Zulassungen, Qualifikationen, Genehmigungen und administrativen Verfahren, die grenzüberschreitende Tätigkeit erschweren und die Kapazitäten des Sektors einschränken.

Im Zuge der Vorbereitung dieses Rechtsakts hat die Europäische Kommission eine öffentliche Konsultation gestartet, um Einschätzungen und Daten aus der Praxis in die laufende Folgenabschätzung einfließen zu lassen. Der VÖWG informiert laufend über die weiteren Entwicklungen zu der EU-Wohnungspolitik und bringt die Perspektive der Daseinsvorsorge in die Konsultation ein.


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