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Bericht des HOUS-Sonderausschusses zur Wohnraumkrise in der EU verabschiedet

Am 24. Februar 2026 hat der HOUS-Sonderausschuss des Europäischen Parlaments (EP) den Bericht zur Wohnraumkrise in der Europäischen Union veröffentlicht. Dieser ist am 10. März in Straßburg in der Plenarsitzung des EP verabschiedet worden. Der Bericht repräsentiert die Positionen und Forderungen des Parlaments in der Bekämpfung der Wohnraumkrise in der EU – hin zu Lösungsvorschlägen für mehr qualitativen, nachhaltigen und leistbaren Wohnraum in der EU.

Rolle der Europäischen Union in der Wohnungspolitik

Der Bericht stellt klar, dass die Hauptverantwortung für die Wohnungspolitik bei den Mitgliedstaaten sowie bei regionalen und lokalen Behörden liegt. Die Europäische Union übernimmt dabei vor allem eine unterstützende Funktion. Sie soll insbesondere den Austausch bewährter Praktiken fördern, Investitionen erleichtern und die Datenbasis für wohnungspolitische Entscheidungen verbessern. Zudem hebt der Bericht hervor, dass es bereits erfolgreiche nationale Modelle gibt – etwa im Bereich öffentlicher, genossenschaftlicher oder gemeinnütziger Wohnraumsysteme – die respektiert und mithilfe europäischer Instrumente gestärkt werden sollen.

Ausweitung des Angebots an leistbarem privatem und öffentlichem Wohnraum

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehört vor allem die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sowie der Abbau administrativer und regulatorischer Hürden. Darüber hinaus soll die Nutzung vorhandener Flächen und Gebäude verbessert werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Steigerung der Produktivität im Bauwesen, etwa durch den Einsatz digitaler Technologien, modularer Bauweisen und industrieller Vorfertigung. Diese Ansätze können Bauzeiten verkürzen und Kosten reduzieren.

Sicherstellung von Finanzierungsmitteln und Erleichterung von Investitionen

Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit, sowohl öffentliche als auch private Investitionen in den Wohnbau und in die Sanierung zu mobilisieren. Gleichzeitig wird betont, dass die finanzielle Stabilität der Europäischen Union eine wesentliche Voraussetzung für den Ausbau von sozialem, gemeinnützigem und leistbarem Wohnraum darstellt. Ein zentrales Instrument soll dabei eine paneuropäische Investitionsplattform der Europäischen Investitionsbank sein, die Finanzierungsprozesse vereinfachen und die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Investoren stärken soll.

Nachfrage nach Wohnraum und Datenanalyse

Bei der Vergabe von sozialem, gemeinnützigem und leistbarem Wohnraum sollen insbesondere junge Menschen, Haushalte mit mittleren und niedrigen Einkommen, Familien sowie Beschäftigte in systemrelevanten Berufen berücksichtigt werden. Darüber hinaus werden auch die Wohnbedürfnisse von Menschen mit Behinderungen sowie das Thema Obdachlosigkeit behandelt, wobei der Ansatz „Housing First“ als wirksame Strategie hervorgehoben wird. Abschließend betont der Bericht die Bedeutung eines verbesserten Datenaustauschs und einer vertieften Analyse des Wohnungsmarkts. In diesem Zusammenhang soll die Rolle der europäischen Statistikbehörde Eurostat gestärkt und ihr Aufgabenbereich erweitert werden.

Relevante Links

Bericht zur Wohnraumkrise in der Europäischen Union

Sonderausschuss zur Wohnraumkrise in der Europäischen Union

Paneuropäische Investitionsplattform der EIB