Mit der Vorlage der ersten Europäischen Migrations- und Asylmanagement-Strategie durch die Europäische Kommission im Jänner 2026 wird ein neuer politischer Rahmen für die kommenden fünf Jahre gesetzt. Die Strategie fungiert als Leitlinie für die Umsetzung des Pakts zu Migration und Asyl und verknüpft migrationspolitische Steuerung systematisch mit sicherheits-, außen- und arbeitsmarktpolitischen Aspekten. Migration wird damit als dauerhaftes Politikfeld mit strukturellen Auswirkungen auf die Europäische Union eingeordnet.
Zentrale Handlungsfelder
Inhaltlich werden drei Schwerpunkte benannt:
- die Reduktion irregulärer Migration und die Bekämpfung von Schleppern
- die Gewährleistung des Zugangs zu Schutz bei gleichzeitiger Funktionsfähigkeit der Asylsysteme
- sowie die Weiterentwicklung legaler Migrationswege im Zusammenhang mit Arbeitskräftemobilität und Fachkräftebedarf.
Umsetzung und Instrumente
Die Ausgestaltung erfolgt entlang mehrerer Prioritäten. Vorgesehen sind eine stärkere migrationspolitische Einbindung in bestehende Partnerschaften mit Drittstaaten unter Nutzung verschiedener Instrumente, der Ausbau digitaler Systeme im Grenzmanagement sowie die verbindliche Umsetzung der im Pakt beschlossenen Rechtsakte. Dazu zählen insbesondere neue Verfahren an den Außengrenzen, angepasste Zuständigkeitsregelungen und erweiterte Datensysteme. Ergänzend werden Maßnahmen zur Effizienzsteigerung von Rückkehr- und Rückübernahmeverfahren angekündigt, einschließlich verstärkter Kooperation mit Herkunftsstaaten.
Finanzierung und Digitalisierung
Begleitend sind finanzielle Unterstützung durch EU-Instrumente und operative Maßnahmen von Agenturen wie EUAA und Frontex vorgesehen. Digitalisierung und der Einsatz KI-gestützter Anwendungen werden als horizontale Elemente hervorgehoben, ebenso wie die stärkere Nutzung von Analyseinstrumenten zur migrations- und arbeitsmarktpolitischen Steuerung.
Verknüpfung von Visa- und Arbeitsmarktpolitik
Zeitgleich wurde eine neue EU-Visa-Strategie vorgestellt. Visa-Politik wird darin nicht ausschließlich sicherheits- und grenzpolitisch verortet, sondern systematisch mit arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischen Steuerungsmechanismen verknüpft. Der EU-Talentpool soll die strukturierte Vermittlung von Arbeitskräften aus Drittstaaten unterstützen. Darüber hinaus sieht die Visa-Strategie eine engere Abstimmung konsularischer Verfahren mit arbeitsmarktbezogenen Instrumenten vor. Ebenso vorgesehen sind die vollständige Digitalisierung des Schengen-Visumverfahrens einschließlich eines digitalen Visums und einer zentralen EU-Onlineplattform sowie eine verbesserte Koordination zwischen Visa-, Aufenthalts- und Anerkennungsverfahren für qualifizierte Arbeitskräfte.
Relevante Links:
Europäische Kommission präsentiert Strategien zur Zukunft der Migrations- und Visapolitik
Mitteilung der Kommission an das europäische Parlament und den Rat