Zum Hauptinhalt springen

Rückblick auf die Mobilitätskonferenz 2026 des BMIMI: Multimodal unterwegs – sicher, smart, nachhaltig

Im Rahmen der diesjährigen Mobilitätskonferenz des BMIMI war auch der VÖWG mit seinem Team Verkehrspolitik und EU-Förderungen vertreten. Die Veranstaltung bot eine breite Plattform für Austausch zu aktuellen Entwicklungen in der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik und verdeutlichte einmal mehr die zentrale Rolle einer leistungsfähigen, nachhaltigen Mobilität für die Daseinsvorsorge.

Themen und Inhalte der Konferenz

Ein Schwerpunkt lag auf der zunehmenden Bedeutung einer evidenzbasierten Verkehrspolitik. Projekte wie „Österreich unterwegs“ sowie die Verkehrsprognose 2040+ liefern wichtige Erkenntnisse über Mobilitätsverhalten und zukünftige Bedarfe. Aufbauend auf dieser Datengrundlage soll eine fundierte Übersicht über Wegstrecken und Verkehrsströme geschaffen werden, um Infrastruktur gezielt weiterentwickeln zu können. Außerdem wurde im Rahmen eines Round Tables der aktuelle Stand der Wasserstofftechnologie im Schwerverkehr diskutiert. Besonders relevant ist die geplante Studie zum Roll-out einer Wasserstoff-Betankungsinfrastruktur. Die Zukunft von Wasserstofftechnologien steht dabei in einem engen Zusammenhang mit europäischen Regularien, wie bspw. Der AFIR-Verordnung.

In der Grundsatzrede von Bundesminister Peter Hanke wurde betont, dass Verkehrspolitik praxisnah und nutzerorientiert gestaltet werden muss. Ideologische Zugänge treten dabei in den Hintergrund. Ein Beispiel für neue Ansätze ist die Möglichkeit, das Klimaticket künftig für zwei Monate zu testen, wie Hanke dort erstmals bekanntgab.

In der intelligenten Verknüpfung multimodaler Verkehrsträger liegt die Zukunft der Mobilität. Notwendig sind Investitionen in Infrastruktur, verstärkte Kooperationen sowie leicht zugängliche digitale Lösungen („One-Stop-Shop“-Ansätze). Auch Shared Mobility wurde intensiv diskutiert, insbesondere im Hinblick auf erfolgreiche regionale Umsetzungen in beispielsweise Vorarlberg und die Einbindung unterschiedlicher Akteursgruppen. Ein weiteres diskutiertes Thema waren regulatorische Entwicklungen wie die 36. StVO-Novelle und die damit einhergehende neue Helmpflicht für E-Scooter. Dabei zeigte sich ein Spannungsfeld zwischen Sicherheitsanforderungen und Akzeptanz neuer Mobilitätsformen.

Ein zentrales Anliegen ist auch die Gestaltung eines nachhaltigen und sicheren Verkehrssystems für Kinder und Jugendliche. Dazu gehören angepasste ÖPNV-Angebote sowie eine sichere Infrastruktur im öffentlichen Raum. Zudem wurde die Bedeutung leistungsfähiger Umschlagterminals und Knotenpunkte für den intermodalen Güterverkehr hervorgehoben. Neben dem Ausbau der Infrastruktur besteht insbesondere Bedarf bei Digitalisierung und Automatisierung.

Unter dem Motto „Rail4Climate“ wurde der hohe Investitionsbedarf in die Eisenbahninfrastruktur unterstrichen – ein wesentlicher Hebel zur Erreichung der Klimaziele. Mit dem kommenden Emissionshandelssystem ETS II werden steigende Kosten im Verkehrsbereich erwartet. In diesem Zusammenhang wurden auch Maßnahmen zur sozialen Abfederung über den Klimasozialfonds sowie der Ausbau nachhaltiger Verkehrsinfrastruktur diskutiert. Zuletzt zeigen Projekte zur Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge, dass auch im Güterverkehr und bei Personentransporten die Transformation hin zu klimafreundlichen Antrieben voranschreitet.

Einordnung und zentrale Takeaways

Die Konferenz hat deutlich gemacht:

  • Eine evidenzbasierte Verkehrspolitik ist Voraussetzung für zielgerichtete Investitionen.
  • Multimodale und integrierte Mobilitätslösungen gewinnen weiter an Bedeutung.
  • Der Ausbau nachhaltiger Infrastruktur – insbesondere im öffentlichen Verkehr und auf der Schiene – ist zentral für Klimaschutz und Versorgungssicherheit.
  • Soziale Aspekte müssen bei Transformationsprozessen, etwa im Rahmen von ETS II, konsequent berücksichtigt werden.

Positionen des VÖWG

  • Konsequenter Ausbau des öffentlichen Verkehrs, unterstützt durch europäische Förderinstrumente wie CEF.
  • Stärkung und Schutz kritischer Verkehrsinfrastruktur als Teil der Daseinsvorsorge.
  • Gezielte Verwendung von Mitteln aus dem Klimasozialfonds, insbesondere für den Ausbau nachhaltiger Mobilitätsangebote.

Weiterführende Links:

Mobilitätskonferenz 2026: Multimodal unterwegs – sicher, smart, nachhaltig
Österreich unterwegs
Verkehrsprognose Österreich 2040+