Der VÖWG ist Partner im EU-geförderten Projekt SECURESOC („Social Partners for Resilience and Security: Protecting Critical Infrastructure, Cybersecurity and Combating Disinformation“). Das Projekt bringt Sozialpartner aus Österreich, Slowenien, Serbien und Montenegro zusammen und befasst sich mit der Resilienz und Cybersicherheit kritischer Infrastrukturen sowie von Unternehmen der Daseinsvorsorge.
Im Fokus stehen insbesondere die Sektoren Energie, Verkehr und Gesundheit. SECURESOC setzt bei konkreten betrieblichen Herausforderungen durch Cyberbedrohungen, Desinformation und neue regulatorische Anforderungen an und verbindet diese mit Fragen des sozialen Dialogs und der betrieblichen Mitbestimmung.
Cybersicherheit und Desinformation im betrieblichen Kontext
Ein Schwerpunkt liegt auf digitalen Bedrohungen wie Phishing und Ransomware sowie auf Fragen der Cyberhygiene. Berücksichtigt werden dabei auch die neuen regulatorischen Anforderungen auf EU-Ebene, insbesondere im Zusammenhang mit der NIS-2-Richtlinie.
Ferner befasst sich SECURESOC mit gezielter Desinformation, Falschinformationen und internen Gerüchten, die Vertrauen, Arbeitsklima und betriebliche Sicherheit beeinträchtigen können. Der bipartite Ansatz verbindet die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerperspektive. Sicherheitsmaßnahmen sollen so ausgestaltet werden, dass Arbeitnehmerrechte, Datenschutz und betriebliche Mitbestimmungsstrukturen gewahrt bleiben und Sicherheitsanforderungen nicht zu einer reinen Leistungs- oder Verhaltenskontrolle führen.
VÖWG leitet Arbeitspaket zu Datenerhebung und Best Practices
Der VÖWG bringt die Perspektive der öffentlichen Wirtschaft, von Infrastrukturbetreibern und Unternehmen der Daseinsvorsorge in das Projekt ein und übernimmt die Leitung des Arbeitspakets „Fact-finding, needs assessment and best practices“.
Im Rahmen dieses Arbeitspakets koordiniert der VÖWG eine transnationale Belegschaftsbefragung sowie qualitative Interviews mit IT-Verantwortlichen und Arbeitnehmervertretungen in den beteiligten Ländern.
Auf Basis der Ergebnisse erstellt der VÖWG einen vergleichenden Mapping-Bericht und eine Sammlung von Best Practices. Beide Arbeiten bilden die inhaltliche Grundlage für das im weiteren Projektverlauf entwickelte „Resilience Toolkit“.
Praxisorientiertes Resilience Toolkit
Zentrales Projektergebnis ist ein modular aufgebautes Resilience Toolkit für den betrieblichen Einsatz. Vorgesehen sind unter anderem Schulungs- und Sensibilisierungsmaterialien, Phishing-Simulationen und Handlungsleitfäden. Die Instrumente sollen unmittelbar im betrieblichen Alltag eingesetzt und auch auf andere Unternehmen und europäische Kontexte übertragen werden können.
Europäisches Sozialpartnerprojekt
SECURESOC wird vom Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) koordiniert. Neben dem VÖWG beteiligen sich Sozialpartnerorganisationen aus Slowenien, Serbien und Montenegro. Der Europäische Gewerkschaftsbund (ETUC) ist als assoziierter Partner eingebunden.
Das Projekt läuft von 1. April 2026 bis zum 31. März 2028 und wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms für den europäischen sozialen Dialog (SOCPL-2025-SOC-DIALOG) mit 90 Prozent kofinanziert. Das Gesamtprojektbudget beträgt rund 312.000 Euro.
Ansprechpartner beim VÖWG
Projektansprechpartner und Projektverantwortlicher beim VÖWG ist Jeremias Jobst, Teamleiter Wirtschaftspolitik, Sustainable Finance und Förderungen.. Er koordiniert die VÖWG-Aktivitäten im Projekt und verantwortet das vom VÖWG geleitete Arbeitspaket zu Datenerhebung, Bedarfsanalyse und Best Practices.
Projektinformationen
Projekt: SECURESOC – Social Partners for Resilience and Security: Protecting Critical Infrastructure, Cybersecurity and Combating Disinformation
Laufzeit: 1. April 2026 bis 31. März 2028
Koordination: Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB)
Projektpartner Österreich: VÖWG
Projektansprechpartner VÖWG: Jeremias Jobst, Teamleitung Wirtschaftspolitik, Sustainable Finance und Förderungen
EU-Programme: SOCPL-2025-SOC-DIALOG
Grant Agreement ID: 101262621